Was die Spielbank Warnemünde war
Im Kurhaus direkt an der Strandpromenade, Seestraße 18 in Rostock-Warnemünde, betrieb die Spielbankgesellschaft Mecklenburg GmbH & Co. KG viele Jahre lang ein staatlich konzessioniertes Casino. Ostsee, Touristen, Bundesland Mecklenburg-Vorpommern - auf dem Papier wirkte der Standort solide, fast schon gesetzt.
Über einen langen Zeitraum war das Haus die einzige klassische Casino-Adresse in der weiteren Umgebung. Stammgäste aus der Region mischten sich mit Urlaubern, die eher sporadisch vorbeischauten. Die Aufteilung im Inneren war klar: Auf der einen Seite die klassischen Tischspiele, gegenüber der Bereich mit Automaten. Drumherum keine großen Shows, keine Event-Bühne, sondern schlichter Spielbetrieb mit angeschlossener Bar.
Für den Zutritt galten die üblichen gesetzlichen Vorgaben in Deutschland. Mindestalter 18 Jahre, Ausweis-Check direkt an der Tür. Für den Bereich des Großen Spiels lag die Eintrittsgebühr bei etwa 2,00 bis 2,50 Euro. Der Automatensaal war in der Regel günstiger zugänglich, phasenweise auch ganz ohne gesonderten Eintritt.
Spielangebot im Überblick
| Bereich | Spiele | Öffnungszeiten |
|---|---|---|
| Tischspiele | American Roulette, Blackjack, Poker | So-Do 19:00-02:00 Uhr, Fr-Sa 19:00-03:00 Uhr |
| Automatenspiel | Slot Machines, Video Slots, Elektronisches Roulette | täglich ab 12:00 Uhr, Fr-Sa bis 03:00 Uhr |
| Poker | Cash Games, Dienstags-Turnier | ab 19:00 Uhr, Fr-Sa bis 03:00 Uhr |
Im Bereich der Tischspiele standen mehrere Tische für American Roulette und Blackjack zur Verfügung. Poker wurde sowohl als Cash Game als auch in Form fester Turniere angeboten. Der Dienstag war klassischer Turniertag, an Freitagen und Samstagen lief Poker häufig bis 03:00 Uhr. In manchen Quellen taucht zusätzlich ein Glücksrad auf, belastbar belegt ist das aber nicht.
Der Automatensaal umfasste je nach Quelle zwischen 65 und 76 Geldspielgeräte. Video Slots, elektronische Roulette-Terminals und ähnliche Klassiker bildeten das Kernangebot. Die Differenz bei der Zahl der Geräte hängt vermutlich mit unterschiedlichen Erhebungszeitpunkten oder kleineren Umbauten zusammen. Im Vergleich zu großen Häusern in Deutschland blieb die Auswahl bewusst überschaubar und passte damit zum eher touristisch geprägten Standort.
Wer ein Casino mit großer Showbühne, regelmäßigem Entertainmentprogramm oder aufwendiger Gourmet-Gastronomie gesucht hat, war hier eher falsch. Das Konzept blieb auf das Wesentliche fokussiert - Spielbetrieb, Bar, sonst nicht viel. Das schien durchaus so gewollt zu sein.
Von der Eröffnung bis zur Schließung
Die Spielbank Warnemünde startete 1998 ihren Betrieb im Kurhaus. Sie war eingebunden in einen Verbund von Spielbanken, zu dem auch die Standorte Schwerin, Stralsund und Neubrandenburg zählten. Die Konzession erteilte das Innenministerium in Schwerin, rechtliche Grundlage waren der Glücksspielstaatsvertrag und das Landesglücksspielgesetz Mecklenburg-Vorpommern.
| Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| 1998 | Eröffnung im Kurhaus Warnemünde |
| 1998-2013 | Betrieb als Teil des Spielbankverbunds MV |
| 2013 | Schließung aus wirtschaftlichen Gründen |
| nach 2013 | Kurhaus ohne Casino, neue Nutzungen der Räume |
Finanziell lief es auf Dauer nicht wie erhofft. Die anfangs erwarteten Umsätze blieben hinter den Planungen zurück, offizielle Details dazu wurden jedoch nie ausführlich veröffentlicht. Fest steht nur: Über etwa 15 Jahre hinweg gelang es dem Haus offenbar nicht, dauerhaft profitabel zu werden. 2013 fiel die Entscheidung zur Schließung. Seitdem taucht die Marke Spielbank Warnemünde fast nur noch in internationalen Casinoverzeichnissen als historischer Eintrag auf.
Das Kurhaus Warnemünde blieb natürlich bestehen, die ehemaligen Casinoflächen wurden neu vergeben. In regionalen Berichten ist von gastronomischen Konzepten in den früheren Spielräumen die Rede. Ob diese Nachfolgenutzung wirtschaftlich besser funktioniert hat, bleibt offen.
